Kongresse über Morbus Gaucher


Baustelle
Auf dieser Seite möchte ich ein paar wichtige Kongresse rund um das Thema Morbus Gaucher zusammentragen. Wenn Sie eine Kongress hier angekündigt haben möchten schicken Sie mir bitte eine mail.

Kommende Veranstaltungen

14.- 15. November 2004
International Gaucher Conference der NGF Location: 950 N. Stafford Street Arlington, Virginia

Lokale Veranstaltungen der NGF
USA

Veranstaltungen der GGD

Vergangen Veranstaltungen

International Gaucher Conference
10. - 13. Oktober 2002 Arlington, Virginia, USA

The Rosco Brady, M.D. Symposium
8. - 9. Oktober 2002 am NIH

Morbus Gaucher - gestern - heute - morgen 10 jährigen Bestehen der GGD
24. - 26. Mai 2002 in Lippstadt


Bericht vom Roscoe O. Brady, MD Symposium 
von:
Olaf Bartsch

Die Veranstaltung

Vom 08. - 09. Oktober diesen Jahres fand am NIH (National Institutes of Health) in Bethesda, Maryland, ein wissenschaftliches Symposium zu Ehren von Dr. Roscoe Brady statt. Dr. Brady hat vor kurzem seine Leitungstätigkeit am "National Institute for Neurological Disorders and Stroke" an Dr. Story Landis abgegeben und wird sich von jetzt an ganz seiner Forschungstätigkeit widmen. Dr. Brady behält ein Labor am NIH und wird sich weiter mit der Thematik der lysosomalen Speicherkrankheiten beschäftigen.

Eine wissenschaftliche Karriere im Dienste der Erforschung lysosomaler Speicherkrankheiten

Dr. Roscoe Brady wurde 1923 in Philadelphia geboren und studierte an der Pennsylvania State University sowie an der Harvard Medical School, wo er 1947 sein Medizinstudium beendete. Vor dem Beginn seiner Tätigkeit am NIH im Jahre 1954 war Dr. Brady als Arzt bei der US Marine beschäftigt. Im Laufe seiner Karriere hat Dr. Brady viele Auszeichnungen erhalten; so ist er z.B. Mitglied der "National Academy of Science", ist Professor der medizinischen Fakultät der Georgetown University und der George Washington Universität. Dr. Brady ist Träger der Kovalenko-Medaille der "National Academy of Science" und hat zahlreiche andere wissenschaftliche Preise gewonnen.
Zu Dr. Brady's herausragenden wissenschaftlichen Leistungen zählt die Erforschung der Stoffwechseldefekte, die zu den lysosomalen Speicherkrankheiten wie Morbus Gaucher, Morbus Fabry, Morbus Niemann-Pick und der Tay-Sachs-Krankheit führen. Dr. Brady hat im Rahmen seiner Forschungstätigkeit sowohl diagnostische Tests zur Erkennung dieser Krankheitsbilder als auch für eine pränatale Diagnostik entwickelt. Als Meilenstein in der Therapie des Morbus Gaucher muss die Enzymersatztherapie (EET) angesehen werden, die von Dr. Brady und seinem Team am NIH entwickelt wurde. Z.Zt. arbeitet Dr. Brady an der Entwicklung von Enzymersatztherapien und von Gentherapien für o.g. Krankheitsbilder.

Ein wissenschaftliches Symposium der Extraklasse

Die wissenschaftliche Elite auf dem Gebiet der lysosomalen Speicherkrankheiten traf sich zu Ehren von Dr. Brady vom 08. - 09. Oktober am NIH, um den gegenwärtigen Erkenntnisstand der lysosomalen Erbkrankheiten zu diskutieren. Dabei wurde sehr schnell deutlich, welch zentrale Rolle Dr. Brady auf diesem Sektor zukommt. So existiert kaum ein Krankheitsbild im Bereich lysosomaler Speichererkrankungen, zu dessen Erfolg Dr. Brady nicht maßgeblich beigetragen hat. Die Entwicklung der EET für Morbus Gaucher, die klinische Erprobung einer Substitutionstherapie für Morbus Fabry, die ersten gentherapeutischen Versuche sowie grundlegende Arbeiten zur Biologie und zum Stoffwechsel von Glykolipiden sind Eckpunkte seiner wissenschaftlichen Karriere. Dies wurde von allen Rednern immer wieder in den Mittelpunkt ihrer Präsentationen gestellt.
Dr. Gregory Grabowski schlug in seinem Vortrag den Bogen von den grundlegenden Erkenntnissen der genetischen Forschung über Morbus Gaucher zu den noch immer ungelösten offenen Fragen, deren Beantwortung in der Zukunft hoffentlich möglich sein wird. So kennt man heute immer noch nicht genau die Funktionsweise der Glukozerebrosidase im Lysosom der Zelle; bis jetzt ist die genaue Aufklärung der Struktur des Glukozerebrosidase-Saposin-C-Komplexes, die die Voraussetzung für die Analyse der enzymatischen Funktion ist, nicht gelungen. Die praktische Bedeutung der Aufklärung dieser Struktur liegt in einer dann hoffentlich weiter verbesserten Funktionsweise und Lebensdauer des Enzyms in den Körperzellen.
Viele Fortschritte sind in der Aufklärung der genetischen Ursachen des Morbus Gaucher gemacht worden, aber eine eindeutige Vorhersage des Phänotyps (der individuellen Krankheitsausprägung) aufgrund des Genotyps (der zugrunde liegenden Erbänderung) ist nach wie vor schwierig.
Prof. John Hopwood ist z.Zt. damit beschäftigt, in Australien einen Test auf lysosomale Speicherkrankheiten wie Morbus Gaucher oder Morbus Fabry als Teil des Neugeborenen-Screenings zu etablieren. Auf diese Weise sollte es möglich sein, durch den rechtzeitigen Beginn einer Enzymersatztherapie das Auftreten schwerer und möglicherweise irreversibler Symptome zu verhindern.
Für die "National Organization for Rare Disorders" (NORD) bedankte sich Frau Abbey Myers bei Dr. Brady für seinen Einsatz und seine Leistungen mit der Einrichtung eines "Roscoe Brady" Stipendiums für Nachwuchswissenschaftler.
In einem Grußwort würdigte George W. Bush, der Präsident der Vereinigten Staaten, Roscoe Brady als eine herausragende Persönlichkeit und einen Menschen, auf den Amerika stolz ist.
Auf einem Gala-Diner, das am 08. Oktober in den Räumen des Marriott Hotels in Bethesda zu Ehren von Dr. Roscoe Brady stattfand, würdigten zahlreiche Redner seine Verdienste und wussten viele Anekdoten aus ihrer früheren Zusammenarbeit mit ihm zu berichten.
Henri Termeer, Vorstandsvorsitzender von Genzyme, berichtete von der sehr engen Zusammenarbeit mit Dr. Brady und Dr. Berman (Vorsitzende der amerikanischen Gaucher-Patientenorganisation), um die Forschungsgelder für die Entwicklung der Enzymersatztherapie in den 80er Jahren zusammen zu tragen.
Am Ende der 2-tägigen Veranstaltung bedankte sich Roscoe Brady herzlich für die ihm zuteil gewordene Ehre und versicherte der Zuhörerschaft, dass er sich auch weiterhin seiner Forschungstätigkeit widmen wird und nicht daran denkt, sich aufs Altenteil zurück zu ziehen. (Olaf Bartsch)

Rosco Brady mit Familie und einer PatientinBild: Quelle Prof. John Hopwood Bilder: Quelle Genzyme


Bilder: Quelle Genzyme


10 Jahre GGD - ein Grund zum Feiern!
von: Editha Horstmann

Die Veranstaltung

Mit einem internationalen Kongress feierte die GGD am 24. und 25. Mai 2002 ihr zehnjähriges Bestehen. Die Mitglieder und ihre Vorsitzende, Frau Ursula Rudat, können mit Recht auf ihr Engagement und ihre Erfolge stolz sein. Dieser erfreuliche Anl ass wurde aber nicht nur zum Feiern und geselligen Beisammensein genutzt, sondern auch zu einem Ausblick in die Zukunft. Mit über 100 Betroffenen und Ärzten aus Deutschland, Großbritannien, den Niederlanden, USA und Österreich wurde über d ie Perspektiven der Therapie, u.a. auch über gentherapeutische Experimente, informiert und diskutiert.

Die Vorträge

Nach der Begrüßung durch Frau Rudat gab es Grußworte vom Lippstädter Bürgermeister Wolfgang Schwade, von Susan Lewis und Wout Timmerman. Dann ergriff Prof. Claus Niederau das Wort, der sich freundlicherweise bereit erklärt hatte, die Moderation am ersten Tag zu übernehmen. Zum Eröffnungsvortrag begrüßte er ganz herzlich Prof. Dr. Roscoe Brady, der über "Grund lagenforschung zur Behandlung - 40 Jahre Arbeit an M. Gaucher" sprach. Sein interessanter und teilweise sehr humorvoller Vortrag war mit zahlreichen Bildern illustriert.
Dr. Martin Danner, gesundheitspolitischer Referent bei der Arbeitsgemeinschaft Hilfe für Behinderte, sprach über die gesundheitspolitischen Aspekte der Selbsthilfe und die "Selbsthilfe der Zukunft", die er als große Chance, aber auch als g roße Herausforderung sieht.
Frau Dr. Sommer überbrachte Grüsse von Schirmherr Dr. Peter Liese. In ihrem Vortrag "Perspektiven der Therapie seltener Erkrankungen" stellte Frau Dr. Sommer ihre Arbeit als Mitglied des Europäischen Parlaments sowie das 6. Gesundheits-Akti ons-Programm, das neue große Programm der Europäischen Union für die öffentliche Gesundheit, vor.
Am zweiten Tag übernahm Prof. Michael Beck am Vormittag die Moderation, Prof. Rolfs dagegen am Nachmittag. Prof. Niederau war nun als Referent gefragt mit einer "Einführung in die Gentechnik". Von der Vererbungslehre nach Mendel über Grunds trukturen der DNA bis hin zu Genmutationen stellte er dieses sehr schwierige Thema anhand vieler Abbildungen sehr anschaulich dar.
Da Dr. Pamela Becker aus den USA nicht kommen konnte, hatte sie ihren Vortrag "Zukünftige genetische Behandlung des M. Gaucher" als Videoaufzeichnung geschickt. Da dieser Vortrag aber aufgrund von Kompatibiltätsproblemen der Videosysteme erhebli che Probleme beim Vorführen bereitete, erklärte sich Prof. Beck bereit, anhand der Bilder und seiner eigenen Kenntnisse auf diesem Gebiet dieses Thema zu erläutern.
Der Vortrag von Prof. Rolfs zur "Genetischen Sequenzierung" zielte auf die Darlegung, wie die Erkenntnisse in der Genetik und Molekularbiologie nicht nur für die Diagnostik, sondern auch für die zukünftige klinische Praxis, besonders im neu rologischen Bereich, zu nutzen sind. Auch er illustrierte diese schwierige Materie mit zahlreichen Abbildungen.
Prof. Hans Aerts aus Amsterdam befaßte sich am Nachmittag mit der "Substrat-Reduktionsbehandlung", d.h. er erläuterte einen neuen Therapieansatz, der darauf zielt, schon die Bildung von Glukozerebrosid zu verhindern.
Dr. Ludger Poll von der Universitätsklinik Düsseldorf ist Radiologe und demonstrierte anhand vieler Bilder "10 Jahre Enzymersatzbehandlung - wie geht's den Knochen?". Er machte deutlich, wie wichtig die Enzymersatzbehandlung für die Gaucher -Patienten ist. Er habe noch keinen Patienten ohne Betroffenheit der Knochen gesehen, und gerade in diesem Bereich sei eine frühzeitige Behandlung in angepaßter Dosierung von großer Auswirkung auf die Erkrankung.
Herr Prof. Michael Beck leitet eines der wichtigsten Zentren für M. Gaucher in Deutschland, das sich schwerpunktmäßig mit lysosomalen Speichererkrankungen beschäftigt. In seinem Vortrag berichtete er über die Struktur und Tä tigkeit dieses Zentrums.

Die Feier

Zuhören ist bekanntlich anstrengend, und so freuten sich die Teilnehmer des Kongresses nach den informativen Vorträgen über eine abendliche Entspannung. Am ersten Abend konnte man sich einem organisierten Kneipenbummel durch Lippstadts gem& uuml;tliche Innenstadt anschließen oder sich im Tagungshotel "Lippe Residenz" verwöhnen lassen.
Am zweiten Abend fand der große Festabend mit Büfett und Musik statt. In kleineren und größeren Runden konnte man wunderbar zusammen sitzen und sich unterhalten. Das Essen ließ keine Wünsche offen, und die Stimmung war ent sprechend gut. Die musikalische Präsentation war auch eine Besonderheit: Aus dem Süden Deutschlands war die Band "Pontifex08" angereist, der das GGD-Mitglied Jutta Vermes angehört. Sie brachten eigene Lieder mit anspruchsvollen Texten zu Ge hör und ernteten viel Applaus. (Editha Horstmann)

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Letzte Änderung 25.11.03 Claudia Riedel